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Vision |
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St. Krawczyk |
Lyrik |
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Komp. Stephan Krawczyk |
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Text: Stephan Krawczyk |
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| Die Jubelsonne strahlt aus dem Gebäude, |
| in dem der Sieger der Geschichte tagt. |
| Die Delegierten taumeln im Inferno, |
| der Hochbilanzen ´´einig ,einzig , stark´´. |
| Aus einer Öffnung zwischen Kinn und Nase |
| fließt eine Rede übers Publikum |
| und bildet rosa Pfützen in dem Saale, |
| die Masse klatscht und rührt die Pfützen um . |
| Und grad´ als sich das Plenum im Getöse |
| Der Beifallsstürme überschlagen will, |
| öffnen sich langsam , lautlos alle Türen |
| und augenblicklich wird die Masse still. |
| Den Redner sticht die ungeahnte Störung, |
| so dass den Faden er verliert, |
| und weil sekundenlang sich nichts ereignet , |
| ist auch die Masse irritiert. |
| Da , plötzlich , pulst ein blasser , grauer Nebel |
| Aus den Belüftungen der Sesselreihen |
| Und wie ein Alpdruck legt sich auf die Stille |
| Ein leises unerhörtes Klageschreien . |
| Und vor den Augen der gelähmten Delegierten |
| Betreten Frauen nun die festgeschmückte Pracht , |
| auf ihren Armen röcheln kleine Kinder, denen |
| der Wohlstandssmog das Atmen fast unmöglich macht . |
| Dann folgen Männer mit verrußten Poren, |
| die nur noch saufend ihre Jahre überstehen, |
| die sich den Dreck des Fortschritts aus den Kehlen brennen, |
| weil sie sonst in den Kohlegruben untergehen . |
| Dann tritt ein Kind mit einem selbstgemalten Bilde |
| Herein und hält die Zeichnung trotzig vors Gesicht. |
| Darauf ist eine schwarze Sonne nur und Häuser, |
| die auf die kleinen Menschen fallen und weiter nichts . |
| Dann zieht die ewig totgeschwiegene Karawane |
| Hinaus, bevor ein Sog die Türen wieder schließt . |
| Und von den geisterhaften Bildern bleibt ein Rinnsal, |
| das giftig gelb in jene rosa Pfütze fließt. |
| Gebannt verharren nun die Delegierten, |
| von diesem Schauspiel seltsam angerührt |
| und ein Gefühl von Scham steigt in die Köpfe, |
| das sie zu langem tiefen Schweigen führt . |
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.