Welt in Visionen

NO 55

Lyrik

Komp. Georgi Gogow

Text: Joachim Rymon (= Jan Witte)

 

Unsere Stadt ist schön, 

Hiroshima war es auch einmal.

Keuchend rennt ein Mann durch die Straßen, 
das es hellt.
Der Pilot im nachtschwarzen Cockpit betet leis`.
 

 Nah dem Tempel schenkt ein Brautpaar all die Stern`. 

Eine Frau erwacht schweißgebadet, jemand schreit.
Durch den heißen Sand hopst ein Junge, splitternackt.
 

Es hat auch der Kerl, der den Knopf drückt,

 ein Gesicht.
 

Kunterbunt bemalt ein Mädchen den Asphalt. 

Doch am Ende haben es die Eltern nicht gewusst.
Eine stählerne Sonne fällt auf die blühende Kinderwelt. 
Auch das Mädchen verstummt, so klein.
Nur sein Schatten schreit - im glühenden Stern.
 

Aus dem Bildschirm springen die Toten, kreidebleich.

Mit dem Fahrstuhl rattert ein Mädchen auf und ab.
In dem Weißen haus geht der Dreckskerl ein und aus.
Zwei Gelehrten streiten, jemand lacht.
 

Eine Straße hat kein Gesicht, 

doch den Kindern gefällt das nicht.
Auch das Mädchen, wie wunderbar,
 mit dem Kirschblütenzweig im Haar,
steigt aus dem Schatten und kaltem Stein
 um beim Malen dabei zu sein.
Und in Kreide und Teer erblüht eine Kinderwelt. 
Dies menschliche Lied.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.