|
Wiener Cafe |
||
|
A.Schmidt |
Lyrik |
|
|
Komp. Arno Schmidt |
||
|
Text: Ed Stuhler |
||
|
Im Wiener Café spielt das Duo Winter / Weide, |
| für die in Jeans, doch mehr für die im schwarzen Kleide, |
| vor allem sitzen an den Tischen ältre Damen, |
| die wegen Kaffee und Musik ins Cafe kamen. |
| Doch auch die Jungen mögen diesen Ort gut leiden, |
| im Wiener Cafe spielt das Duo Winter / Weide. |
|
Ich weiß nicht, welcher Winter heißt und welcher Weide, |
| ich seh, sie spielen, |
| und bewundere sie beide. |
| Doch wenn ich`s recht bedenke, |
| merke ich, ich neige, |
| wenn man mich fragt, wer mir gefällt, mehr zur Geige, |
| der der Flügel wirkt dagegen fast bescheiden, |
| im Wiener Cafe spielt das Duo Winter / Weide. |
|
Den mit der Geige aber hält es nicht am Platze, |
| und so geschmeidig gleitet er, wie eine Katze, |
| durch das Lokal und zu den Damen an den Tischen, |
| zu den Koketten, auch den nicht mehr ganz so frischen, |
| es schluchzt die Geige und es funkelt das Geschmeide, |
| im Wiener Cafe spielt das Duo Winter / Weide. |
|
Er kennt die einsamen und verliebten Herzen, |
| er spielt in Dur, in Moll, doch meist spielt er in Terzen: |
| "Ich küsse ihre Hand, Madame" und immer wieder |
| "Man müsste noch mal 20 sein", und all die Lieder, |
| für jeden individuell ein bisschen Freude, |
| im Wiener Cafe spielt das Duo Winter / Weide. |
|
Im Wiener Cafe ist der Fortschritt ausgebrochen, |
| hab ich gemerkt, als ich dort war, vor ein paar Wochen, |
| ein kalter Hauch weht durch den Raum, wie von Kantine, |
| und wo der Flügel stand, steht jetzt eine Maschine, |
| die nennt sich Disko, und ich sitz da und leide, |
| und ich hab Heimweh nach dem Duo Winter / Weide. |
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.