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,,'n Käfer aufm Blatt, 'n Blick in der Stadt, 'ne Hand in einer Hand" — so
scheinbar nebensächliche, kleine Beobachtungen, Augenblicke unseres Alltags,
wie attraktiv sind sie? Wie fähig ist man, sie für sein Leben überhaupt als
schöne Momente zu empfinden? Und: Werden sie angesichts von Fernsehbildern,
Filmen oder Nachrichten — aus Südafrika zum Beispiel, wo menschliche Würde
jeden Tag unter Stiefeltritten, Fausthieben, Schüssen stirbt — nicht zu sehr
wesentlichen Werten?
Dirk Zöllner bezieht uns mit seinem Gesang, in seinen Texten in sein
Nachdenken ein. Er ist ein guter Beobachter, er stellt Fragen, und er
möchte, daß wir als seine Zuhörer mit ihm zusammen Probleme nicht nur sehen,
sondern sie auch als die unseren erkennen, daraus Lebenskraft und Lust zum
Tun nehmen. Seit November 1987 steht Dirk Zöllner (von Chicorée kommend) mit
André Gensicke (ehemals Lama) als „Die Zöllner" auf der Bühne, anfangs von
der Gruppe „Kleeblatt" unterstützt. Zwischen vielen Auftritten — in
FDJ-Jugendklubs, zu den Tagen der Jugend im Palast, zum Pop-Festival 1988,
jüngst zum ND-Pressefest — nutzen sie die Zeit zum Erarbeiten ihres ersten
Konzeptprogramms, „Kopfschmerzen" benannt, wird darin die Haltung der
„Zöllner" zu einem attraktiven Leben, wie sie es verstehen, mit dem
Schlußlied „Käfer auf'm Blatt" auf den Punkt gebracht. Sie probieren es
musikalisch in drei Varianten: Die eine bestreiten Dirk als Sänger und André
an den Keyboards allein, zur zweiten — einer Art klassischen Kammervariante
für
ganz kleine Klubs — ergänzt eine Geigerin Stimme und Klavier. Bei der
dritten werden „Die Zöllner" verstärkt durch die Zwölf-Mann-Band „Die
Helden" (Studenten der Musikhochschule Berlin), durch Backgroundchor und
Tänzer. Premiere dieses vitalen Unternehmens ist voraussichtlich im Juli zum
Rocksommer der FDJ.
Wenn „Die Zöllner" am 18. Juni beim internationalen Rockkonzert „Beat
Apartheid" auftreten, dann zählt für sie vor allem das Gefühl dabeizusein,
einmal zu erleben, vor so vielen Zehntausenden zu stehen und mit ihnen einen
James Brown zu hören... „Bei Joe Cocker hab' ich fast geheult", sagt Dirk.
„Dies' Gesicht, diese Stimme! Der Mann hat seine ganze Seele aus sich
herausgeholt! Das war mehr als Musik!" |