Zwischen den Zeilen

H. Biege

Lyrik

Komp. Holger Biege

 

Text: Michael Kunze

 
 
Kaum in diese Welt geboren
ist von dir schon ein Schriftstück da,
und dein Leben kriegt ein Aktenzeichen
und deine Zukunft ist ein Formular.

Und hast du diese Welt verlassen,
schreibt man noch am selben Tag
deinen Namen in die letzte Spalte
und legt den Ordner als ”erledigt” ab.

Aber die Wahrheit schreibt das Leben zwischen den Zeilen.
Zwischen den Zeilen muss man lesen, um zu begreifen.

Du lernst reden, du lernst streiten,
du lernst wehtun und verzeih ’n.
Manche Menschen werden deine Freunde,
doch wer sieht schon in dich hinein?
Du lernst in Gesichtern lesen,
lernst zu sagen: Ohne mich!
Und am letzten Tag von deiner Schulzeit
schreiben sie ein Zeugnis über dich.

Aber die Wahrheit schreibt das Leben zwischen den Zeilen.
Zwischen den Zeilen muss man lesen, um zu begreifen.

Manche Briefe schreibt die Liebe,
and ’re Briefe schreibt die Angst.
Und auf einen Zettel in der Küche
kritzelst du, das du nicht bleiben kannst.
So wird viel Papier beschrieben,
und nur langsam wird dir klar,
wortlos bist du immer dann geblieben,
wenn dir etwas wirklich wichtig war.

Aber die Wahrheit schreibt das Leben zwischen den Zeilen.
Zwischen den Zeilen muss man lesen, um zu begreifen.

So wird viel Papier beschrieben,
und nur langsam wird dir klar,
wortlos bist du immer dann geblieben,
wenn dir etwas wirklich wichtig war.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.